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Hand Analyse vom Poker Profi Michael Keiner

Hand Analysen des deutschen Poker Profis und WSOP Bracelet Gewinners Michael Keiner

Für die Hand Analyse dieses Monats wählte ich ein Spiel während der EPT Main Events in Barcelona 2007. Am zweiten Tage des Turniers hatte ich irgendwie wenig Chips, ungefähr im Wert von 25 000 Dollar; der Durchschnitt war 35 000 Dollar. Der Führer am Tisch hatte ungefähr 90 000 Dollar und antwortete sehr aggressiv, indem er zirka viermal pro Runde erhöhte.

„Mit Blinds von 400/800 und einem 50 Ante, erhöhte er abermals auf 2400 Dollar, ich war auf einem Big-Blind und hielt Pocket 6er. Ich beschloss der Erhöhung zu antworten und den Flop zu sehen. Kd-6c-7d kamen zum Vorschein, somit hatte ich meinen Zug gemacht. Ich passte, der Erhöher bot 3000 Dollar, und ich machte einen völlig überzogenen Re-Raise All-in. Nachdem er zwei Minuten nachgedacht hatte, zahlte er mit den Worten: „Ich glaube Sie haben einen Flush Draw“, und zeigte mir K-9. Ich hab die Hand gewonnen, verdoppelte auf ungefähr 51 000 Dollar und war nun über dem Durchschnitt.“

„Im seltenen Fall, wenn Sie ein Set machen, wollen Sie auch das höchstmögliche Payout erreichen. Das Faktum, dass mein Gegner nur 3000 Dollar gewettet hatte (z.B. gerade mehr als die Hälfte des Pots), nachdem ich gepasst hatte, zeigte, dass das Board ihn beeinflusst hatte. Mit seiner Chip Führung würde er normalerweise mindestens 4500 Dollar gewettet haben um mich raus zu bekommen, aber er wollte mir ganz offensichtlich einen wertvollen Zug gönnen.“ „Gerade das ist der Grund warum ich beschlossen habe einen hohen Einsatz zu setzen, der oft einen Flush Draw zeigt. Sogar wenn er noch nichts geboten hätte, wäre es noch immer schwer für mich gewesen noch mehr Chips zu bekommen. Die gebräuchliche Reaktion sieht wie folgt aus: Passe – passe bei einer Runde, spiele und mache einen Fold. In Anbetracht dessen, dass er mit den Chips führte, war ich noch immer sicher, dass er nicht mit einem Top Paar aufgeben würde und daher den radikalen Weg wählen würde.“

Hand Analysen, gespielt und hinterfragt von Michael Keiner

Ich hatte geduldig auf einen ausschlaggebender Punkt im Turnier gewartet. Die Blinds stehen 200/400, und ich habe 11 000 Dollar in Chips – ungefähr die Hälfte aller Chips. Benjamin Kang schied in MP1 (Mittelposition) aus, Jan Heitmann beim Cutoff und Marcel Luske hinkte hinterher. Andrea Wirth (SB) macht einen Call. Ich schaute auf mein Blatt und war mit AQ konfrontiert. In der Big Blind erhöhte ich auf 2000 Dollar, Ben und Jan ließen sich darauf ein, die anderen verließen das Spiel. Der Flop schlägt – 2s-4s-6d. Ohne zu zögern ging ich all-in, wobei ich viel mehr als nötig für den Pot bot. Benjamin verlässt das Spiel und Jan macht einen Call, nachdem er eine Ewigkeit lang nachgedacht hat.

Jan dreht eine 99 um, was mich im Moment schlägt, aber da Turn und River erst kommen, bin ich nicht übermäßig besorgt. Der Turn bringt einen König, welcher keinem von uns hilft, und der River ist eine Pik sieben, was mir einen Nut Flush und somit den bisher größten Pot des Turniers einbringt.

Dieses Beispiel zeigt den klassischen Semi Bluff. Wenn beide Spieler aussteigen, kassiere ich einen 6.800 Dollar Pot, was mich weit über den Durchschnitt bringt. Wenn einer oder beide mitgehen, habe ich noch immer 15 Outs beim Turn und 15 Karten beim River um die Kraftprobe zu gewinnen, was in etwa einer Chance von 54% entspricht. Gewinne ich den Kampf, so besitze ich folglich beinahe ein Viertel aller Chips im Spiel, was mir strategisch gesehen eine exzellente Position im Turnier verschafft.

Zusammen mit meinem Eigenkapital machte ich deshalb eine sehr gute Wette. Genau diese Situationen suche ich in einem Turnier. Selbst wenn ich durch die Hand raus geschmissen werde, ist diese unumgehbare Konfrontation hier eine viel bessere Alternative als passiv zu spielen: Man sollte den Pot so klein wie möglich belassen und eine große Wette riskieren, sobald man eine anständige Hand hat.

Wenn ich warte, bis Jan eine Hand zeigt, verliere ich mein ganzes Eigenkapital und die Wette verliert enorm an Wert. Wie Sie alle wissen liegt genau darin die Stärke des Semi Bluffs.

Hinweis: Die Zusammenarbeit mit Michael Keiner wurde im Dezember 2009 eingestellt.