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Im Kopf von Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

Eines der unglaublichsten Sporttalente der letzten Jahre erzählt, dass es nicht nur um schnelles Fahren geht – man muss auch seine Gedanken drosseln können.

Bevor er seinen zweiten Grand Prix in Indianapolis zu Anfang dieses Jahres gewonnen hatte, sagte der 22 jährige Lewis Hamilton in einem Interview: "Wenn man ein natürliches Talent hat, muss man es pflegen. Man muss schwer daran arbeiten es zu erhalten." Dann holte er ein goldenes Kreuz unter seinem T-Shirt hervor. "Deshalb war das die ganze Zeit bei mir, " sagte er, während er es hochhielt, "ich habe es nie herunter genommen."

In dieser Saison machte Lewis Hamilton das erstaunlichste Debüt in der Formel 1 Geschichte. In seinen ersten fünf Rennen erreichte er 38 Punkte, mehr als jemals irgendwer zu Beginn der Saison schaffte.

Berichterstatter sprachen davon, dass Hamilton die Art von Talent habe, das angeboren sei und nicht erlernt werden kann. Aber hinter den Superlativen und den Glücksbringern liegt viel schwere Arbeit, im und außerhalb des Autos.

Ein Schlüsselelement für den Fortschritt des Rennfahrers ist der Sportpsychologe Dr. Kerry Spackman, welcher erforscht, was in Hamiltons Kopf vor sich geht. Spackman ist ein ehemaliger Mathematiker und Neurowissenschafter, welcher in den letzten vier Jahren mit Hamilton gearbeitet hat. Er entwickelte ein Trainingsprogramm, welches, wie viele glauben, neue Maßstäbe für die Entwicklung junger Rennfahrer gesetzt hat. "Die meisten Leute eignen sich die Fähigkeiten eines Rennfahrers durch Versuch und Irrtum an, und sie gelangen mehr durch Zufall in die Elite der Rennfahrer. Meine Idee ist es ihre Tätigkeit in Unterkategorien einzuteilen, diese zu analysieren und festzustellen, wo man Verbesserungen vornehmen kann", sagt er. Der Unterschied zwischen guten und ausgezeichneten Fahrern wurde in den 1990ern aufgezeigt, als Spackman an einem Forschungsprogramm arbeitete, welches Sir Jackie Stewart mit einbezog. Er bat Testfahrer mit ihren Autos ein Manöver auszuführen, welches ungefähr eineinhalb Sekunden dauerte. Dann fragte er sie, was sie am Auto bemerkten hatten.

Die meisten berichteten ein oder zwei Minuten lang über einige Kleinigkeiten. Als Spackman Sir Jackie bat zu erzählen, sprach der Weltchampion 15 Minuten lang. Sein Auffassungsniveau war weitaus höher als das der jungen Rennfahrer. Er baute seine Fähigkeit durch jahrelange Erfahrung aus. "Der Unterschied zwischen dem Weg in einer Kurve, den ein großartiger Rennfahrer zurücklegt, und den, den ein guter Fahrer zurücklegt, beträgt oftmals nur 10 Zentimeter", bemerkt Spackman, "und bei einer hohen Geschwindigkeit ist das ein winziger Spielraum, daher ist die Erhöhung der Auffassungsgabe von feinen Unterschieden so wichtig für das Gehirn eines Rennfahrers." Spackman glaubt, dass diese Eigenschaft leicht erlernt werden kann. "Wenn man die Auffassungsgabe einer Person erhöht, bekommt diese eine reichere Sprache in ihrem Gehirn um herauszufinden, was es als nächstes zu tun gilt, um eine Spitzenperformance zu erreichen", fügt er hinzu.

Hamilton schreibt viel seiner mentalen Stärke seinem Vater zu: "Mental ist mein Vater sehr stark. Er hatte einen wichtigen Einfluss auf meine mentale Vorbereitung und meine Art zu denken. Es ist schwierig Dinge hinter sich zu lassen, manchmal sieht man Rennfahrer, die so enttäuscht aussehen. Und dann denkt man: 'Reiß dich zusammen. Man kann immer zurückgeworfen werden. Wenn du dich dadurch unterkriegen lässt, wirst du niemals besser werden'."

Hamilton begann mit Go-kart Rennen im Alter von 8 Jahren. Er unterzeichnete mit 13 einen Vertrag mit McLaren. Seitdem verbrachte er unzählbare Stunden in einem Fahrsimulator im geheimen Hauptsitz des Teams in Woking und arbeitete mit Spackman in einem fast hypnotischen Zustand, damit sein Gehirn ruhig und analytisch bleibt in der höchst anspruchsvollen Umgebung eines Formel 1 Rennens.

"Anstatt in Panik zu verfallen und außer Kontrolle zu geraten muss man entspannt und ruhig bleiben", sagt Spackman. "Man trainiert diese Reaktion noch und noch." Spackman sieht es als seine Aufgabe die Gehirnströme zu kontrollieren, um somit Auffassung und Reaktion dramatisch zu beschleunigen. "Bewusstes Handeln ist bei weitem zu langsam für Sport, daher müssen wir die bewusste Analyse irgendwie in die unbewussten Bereiche des Gehirns bringen", sagte Spackman in einem BBC Interview. Anhand von Gehirnaufnahmen demonstrierte Spackman, dass die gleichen Gehirnregionen aktiv werden, wenn Handlungen nach einer entsprechenden Vorbereitung in einer speziell geschaffenen Umgebung oder in der wirklichen Welt getätigt werden. "Diese Möglichkeit ein Stück aus der wirklichen Welt heraus zu nehmen, es zu analysieren und zu proben um es anschließend wieder in der richtigen Weise in das Unterbewusstsein zurück zu versetzen, ist ein großer Vorteil." Spackman wollte auf keine weiteren Einzelheiten eingehen, er plant jedoch noch in diesem Jahr ein Buch zu veröffentlichen, in welchem mehr Information zu finden sein wird.

Da er mit Hamilton in so jungem Alter zu arbeiten begann, bedeutete dies für Spackman, dass er eine hoch entwickelte Basis zur Verfügung hatte, mit der er arbeiten konnte. Es ist eine klassische Verordnung, die Sportwissenschafter für eine Elite Performance verschreiben würden. "Menschen werden im Allgemeinen nicht mit Fachwissen geboren. Sie erwerben sie als Anpassung an die Arbeitsumgebung. Durch ein anhaltendes ausgesetzt Sein werden diese Fähigkeiten entwickelt", sagt Mark Williams, Professor für motorisches Verhalten an der John Moores Universität in Liverpool. Er nennt das Vermögen das Spiel oder das Rennen zu lesen "Perzeptionschonking" und zeigt sich sehr damit zufrieden, dass Wayne Rooney diese Fähigkeit nutzt um wie ein Schachmeister voraus zu planen.

Ken Way, ein Sportpsychologe, der mit Profis wie Fußballspielern, internationalen Kricketspielern und Golfweltmeistern arbeitet, sagt, dass ein wichtiger Punkt ist seinen Fokus einengen zu können und im Moment zu leben ohne sich dabei von der Aufgabe, die man auszuführen hat, ablenken zu lassen. Er sagt, es ist eine Eigenschaft von reifen Sportlern, dass sie das Vermögen haben zwischen breitem und engem Fokus zu wechseln, wodurch sie eine bessere Auffassung davon bekommen, was um sie herum passiert und was ihre Team Kollegen machen.

"Dynamische Sportarten bewegen sich zwischen einem breiten und einem engen Fokus. In statischen Sportarten, wie zum Beispiel Golf oder Snooker, muss man sehr bewusst externe und interne Ablenkungen abzuschalten wissen. Wenn man Golf spielt und über die Anforderungen für jedes Loch nachdenkt, ist dies eine interne Ablenkung, die den Fokus weitet. Man muss sich in den Moment hinein versetzen. Dabei muss man nicht über die Vergangenheit nachdenken, über einen schlechten Schlag, den man gerade gemacht hat, und auch nicht über die Zukunft, die Punktezahl und die Folgen dieses Schlages. Einzig und allein der Schlag an sich soll zum Mittelpunkt werden."

Ken Way sagt über Serena Williams' Notizbuch, welches sie dieses Jahr zu Wimbledon mitnahm, dass sie sich selbst anhielt "auf den Ball zu schauen", "mehr zu drehen" und "Langzeitgedanken zu haben", während sie sich versicherte: "Du wirst Wimbledon gewinnen", dies ist eine klassische Technik um den Fokus aufrecht zu erhalten. Auch Langstreckenläufer wiederholen bestimmte Sätze wie die US Marine Soldaten auf einem Marsch um den Fokus von Schmerzen und Ermüdung abzulenken.

"Das Pokerspiel zu erlernen ist wie eine Langstrecken Reise", stellt Dr. Tom Sambrook fest, der europäische Poker Champion von 2002 und Trainer beim 888.com Bootcamp. "Es geht dabei um Zusehen und Lernen, dabei müssen Fokus und Emotionen ständig unter Kontrolle sein. Die Spieler, die das große Geld machen, sind die, die beständig spielen und nicht die, die ihre Spielzeuge aus dem Laufstall werfen. Es gibt die Gefahr Geld zu zahlen um die Gefühle auszudrücken." Sambrook fügt hinzu, dass das Spielen online dazu beitragen kann Bekanntschaft mit Situationen und Reaktionen darauf zu machen. "Jedoch muss man wie Lewis Hamilton in seinem Simulator zusätzlich auch Erfahrung mit der echten Sache machen um für einen Wettbewerb gewappnet zu sein".

Alles kommt auf Spackmans Punkt über das Aufrechterhalten eines gewissen Niveaus der Gedanken in Stresssituationen zurück. "Man muss sich nicht in einem Zustand ehrlicher Angst befinden um korrekt oder intelligent reagieren zu können", sagt Hamiltons Mentor. Eines der größten Beispiele von Unirritierbarkeit war Michael Schumacher. Als der ehemalige Formel 1 Fahrer Mark Blundell gebeten wurde Schumacher zu beschreiben, nannte er ihn "den konzentriertesten Fahrer seit eh und je, im Auto wie auch außerhalb des Autos". Blundell fügte dann hinzu: "Ich würde nur zu gerne einen Blick in sein Inneres werfen um zu sehen wie er funktioniert". Das ist gerade die Art, wie Spackman mit Hamilton arbeitet. Und der Lehrer scheint einen sehr willigen Schüler zu haben: "Wenn ich einmal einen Plan habe, folge ich dem bis zum Ende. Ich bin ein Gewinner. Ich bin nicht hier um Unsinn zu treiben. Wenn man nicht gewinnt, ist es die Kunst die negative Energie umzudrehen und umso stärker zurück zu kommen."

Im Kopf von vier anderen Gewinnern

MuhammAd Ali

Zusammen mit zahlreichen Ausrufen wie "Ich bin der Größte" ist Ali außerdem der Ansicht, dass es nicht die Berge vor einem sind, die einen müde machen, sondern die Steine im Schuh.

Mike Brearley

Der feinste englische Kricket Kapitän aller Zeiten pflegte Cello Concertos zu summen um sich selbst zu entspannen, wann immer er auf den Australier Dennis Lillee traf.

Doyle Brunson

Der große Hut der Poker Legende Brunson versteckt das Gehirn eines Meisterstrategen. Er spielt mit der Einstellung, dass ein Mann mit Geld nichts gegen einen Mann auf einer Mission ist.

Ronnie O'Sullivan

Ronnie gibt zu: "Ich habe einst einen Sportpsychologen besucht und nie wirklich viel davon bekommen." Die Rakete glaubt fest daran, dass man nicht viel dagegen machen kann, wenn man einen negativen Tag hat.